Süßes Kastanienpüree, durch eine Spätzlepresse zu feinen 'Nudeln' gepresst, auf Meringue mit Schlagrahm — typisch für die Schweizer Kastanien-Saison.
★★★★★ 4.6 (97 Bewertungen)
40 minVorbereitung
40 minBackzeit
1h 30min + KühlzeitGesamtzeit
6 PortionenPortionen
MittelSchwierigkeit
Nährwerte (pro Portion)
290 kcalKalorien
38gKohlenhydrate
3gEiweiß
13gFett
8gGesättigte Fettsäuren
22gZucker
3gBallaststoffe
30mgNatrium
Ungefähre Werte pro Portion (6 Portionen), berechnet aus den typischen Zutaten des Rezepts — ersetzen keine professionelle Ernährungsberatung.
Vermicelles ist ein klassisches Schweizer Herbst- und Winterdessert aus gesüßtem Kastanienpüree, das durch eine spezielle Presse (ähnlich einer Spätzlepresse) gedrückt wird, sodass feine, fadenähnliche Streifen entstehen — daher der Name, der auf die italienische Nudelsorte 'Vermicelli' anspielt. Serviert wird das Kastaniennest klassisch auf einem knusprigen Meringue-Boden mit einem Klecks Schlagrahm. Das Dessert ist besonders in der französischsprachigen Schweiz beliebt und nutzt die reiche Kastanientradition des Landes, vor allem im Tessin, wo die Kastanie historisch ein wichtiges Grundnahrungsmittel war.
Zutaten
500g Kastanien (frisch oder vakuumverpackt, gekocht)
300ml Milch
80g Zucker
1 Vanilleschote (oder 1 Teelöffel Vanilleextrakt)
2 Esslöffel Kirschwasser (optional)
4 fertige Meringue-Böden (siehe Meringues-Rezept)
Glasur / Sirup
300ml Schlagrahm
1 Esslöffel Zucker
Zubereitung
Falls frische Kastanien verwendet werden, einritzen, etwa 30 Minuten kochen und schälen.
Kastanien mit Milch, Zucker und dem Mark der Vanilleschote in einem Topf weich köcheln lassen, bis die Flüssigkeit größtenteils aufgesogen ist.
Die Masse zu einem glatten Püree pürieren, mit Kirschwasser abschmecken und vollständig auskühlen lassen (am besten mehrere Stunden oder über Nacht kalt stellen).
Rahm mit Zucker steif schlagen.
Je einen Meringue-Boden auf einen Teller setzen, mit etwas Schlagrahm bedecken.
Das kalte Kastanienpüree durch eine Spätzlepresse oder ein grobes Sieb direkt über den Meringue-Boden drücken, sodass ein lockeres 'Nest' aus feinen Streifen entsteht.
Mit einem weiteren Klecks Schlagrahm garnieren und sofort servieren.
Tipps
Vakuumverpackte, bereits gekochte Kastanien sparen deutlich Zeit gegenüber frischen Kastanien.
Das Kastanienpüree muss vollständig ausgekühlt sein, bevor es durch die Presse gedrückt wird, sonst hält es die Fadenform nicht.
Vermicelles wird traditionell erst unmittelbar vor dem Servieren zusammengesetzt, damit der Meringue-Boden knusprig bleibt.
Herkunft und Wissenswertes
Vermicelles ist ein traditionelles Schweizer Dessert, das die lange Kastanientradition des Landes nutzt — besonders im Tessin waren Kastanien historisch ein zentrales Grundnahrungsmittel; das Dessert selbst entwickelte sich zu einer festlichen Süßspeise, die heute vor allem im Herbst und Winter in der ganzen Schweiz serviert wird.
Der französische Name 'Mont Blanc' wird für eine sehr ähnliche Kastaniendessert-Variante verwendet, die in Frankreich und Italien verbreitet ist — Vermicelles gilt als die Schweizer Ausprägung dieser Familie von Kastaniendesserts.
Die feinen Fäden werden traditionell mit einer Spätzle- oder Kartoffelpresse geformt, ein Küchenutensil, das viele Schweizer Haushalte ohnehin schon für andere Gerichte besitzen.
Häufig gestellte Fragen
Warum heißt das Dessert Vermicelles?
Der Name spielt auf die italienische Nudelsorte Vermicelli an, weil das durch die Presse gedrückte Kastanienpüree wie feine Nudelfäden aussieht.
Kann ich Vermicelles ohne Meringue-Boden servieren?
Ja, das Kastanien-'Nest' mit Schlagrahm ist auch ohne Meringue-Boden ein beliebtes Dessert, verliert dann aber den knusprigen Kontrast.
Woher stammt die Kastanientradition hinter diesem Dessert?
Kastanien waren historisch besonders im Tessin ein wichtiges Grundnahrungsmittel; Vermicelles entwickelte sich daraus zu einem festlichen Dessert in der ganzen Schweiz.